Weltraumflug

Ausschreibung für einen österreichischen Kosmonauten
Dipl.Ing. Franz Viehböck war als Assistent an der TU in Wien tätig, als die Ausschreibung für einen österreichischen Kosmonauten in den Medien publiziert wurde. Nach kurzer Überlegung entschied er sich zur Bewerbung an der MIR-Mission. Es war ihm bewusst, dass dieser Schritt einerseits eine enorme Herausforderung und ein unvergleichliches Abenteuer bedeutet, andererseits seine bislang vorgesehenen Berufspläne als Doktor der Elektronischen Messtechnik, zumindest für einige Zeit, verändern würde. Er war bereit, die Ausbildung und das bis an die menschlichen Grenzen gehende psychische und physische Training zu absolvieren. Das Ziel war der Raumflug - vorausgesetzt, er schafft die Qualifikation.
Abenteuer MIR
Unter unzähligen Bewerbern wurden er und Dr. Clemens Lothaller ausgewählt, das anstrengende, zweijährige Training in dem nahe Moskau gelegenen Sternenstädtchen aufzunehmen. Von nun an war Franz Viehböcks volle Konzentration auf die Realisierung seiner Vision - dem Flug ins All - ausgerichtet. Die Aussicht auf das einmalige Abenteuer ließ ihn alle Tests bravourös bestehen - er verfolgte konsequent sein Ziel: in der Spitze jener Rakete zu sitzen, die zur Raumstation MIR fliegen wird.
Die Entscheidung
Bis zum Tag vor dem Start war nicht 100%ig sicher, wer von den beiden Österreichern endgültig die Raumkapsel besteigen würde: Franz Viehböck oder sein Ersatzmann Clemens Lothaller. Letztendlich war es dann doch Franz, der am 2. Oktober 1991 den Raumanzug anzog.
Der Start
Die Sojus-Rakete startete problemlos und flog ihrem Ziel - der MIR - entgegen. Für ihn folgten 8 anstrengende, arbeitsintensive Tage auf der Raumstation: wissenschaftliche Tests und Experimente wurden durchgeführt. Die auf der Erde simulierte Schwerelosigkeit wurde Realität.
Die Landung
Die Landung – im Nachhinein betrachtet der gefährlichste Teil seines Raumabenteuers - führte ihn unvorbereitet in eine neue Position: die unerwartete und ungeahnte Popularität in Österreich, die bis in seine Privatsphäre hineinreichte.
Tour durch Österreich
Mit dem Abschluss des Unternehmens war das öffentliche Interesse an Austromir nicht abgeflaut; vertraglich war Franz Viehböck noch die zwei folgenden Jahre an das Projekt gebunden. Mit Clemens Lothaller tourte er durch Österreich und hielt Vorträge über ihre "russischen" Erlebnisse.

Seine Erfahrung, seine Fachkenntnisse und internationalen Kontakte ermöglichten ihm schließlich einen Job bei Rockwell Aerospace und führten ihn in die USA.